Tour 20: ZUM COL DE BAVELLA

Ausgangsort UND Endpunkt
Porto-Vecchio

Charakter
Durch eines der schönsten Waldgebiete erfolgt der Anstieg zu einem der höchsten und schönsten Pässe. Die Küstenstraße führt entlang am interessantesten Streckenabschnitt an der Ostküste.

Strecke
Porto-Vecchio - L’Ospedale - Zonza - Solenzara - Favone - Fautea - La Trinité - Porto-Vecchio

Zeit
3 Stunden für 120 km


Am nördlichen Ortsausgang von Porto-Vecchio biegen wir an einem der zahlreichen Verkehrskreisel links ab auf die D 368 in Richtung Zonza. Nach wenigen Kilometern durch die Küstenebene geht es in vielen Kehren bergauf. Wo früher dichter Wald anfing, ist heute nur noch Macchia. Wie schön es hier einmal vor einem der zahlreichen Waldbrände war, wird bald deutlich. Wir tauchen ein in einen wunderbar duftenden Kiefernwald. Auf halbem Weg durchfahren wir das kleine Bergdorf L’Ospedale. Der Name geht zurück auf ein antikes römisches Hospital. Am Ortsende reicht bei klarem Wetter der Blick weit über die Golfe von Porto-Vecchio und Santa Manza.

Nach wenigen Kilometern kommt auf der linken Seite der Stausee von Ospédale in Sicht. Der See stellt die Trinkwasserversorgung der Region sicher. Im Sommer ist der See zur Hälfte ausgetrocknet, und die halbmeterhoch abgesägten Baumstümpfe kommen zum Vorschein. Baden ist im See streng verboten, aber picknicken läßt es sich unter den schattenspendenden Kiefern ganz hervorragend. Nach einigen hundert Metern überqueren wir die Staumauer.


Picknickstelle am Ospedale-Stausee


Zügig zum Bavella-Paß

Vor uns liegen 15 Kilometer allerfeinste Wedelstrecke auf bester Asphaltpiste. Der Wald lichtet sich und größere Felsbrocken säumen unseren Weg über die Bocca d’Illarata (991 m) und die Bocca di Pelza (874 m). Wir kommen nach Zonza, dem gemütlichen Bergdorf und Ausgangspunkt für viele Wanderungen. Etliche Cafés laden zu einem Päuschen nach dem vielversprechenden Tourauftakt ein. Für uns ist es der Ausgangspunkt zu einem der schönsten Panorama-Pässe der Insel, dem Col de Bavella (1218 m).

Dazu biegen wir an der Kreuzung mitten im Ort rechts ab auf die D 268. Zonza ist das Zentrum des korsischen Pferdesports, so daß wir uns nicht über die Pferderennbahn mitten im Wald wundern. Die Landschaft wird mit zunehmender Höhe immer alpiner und die Straße immer kurviger. Wir erkennen bereits die scharf gezackten Bergspitzen des Bavella-Massivs, die auch die „Dolomiten Korsikas“ genannt werden. Nach links öffnet sich der monumentale Blick über das weite Criviscia-Tal.


Anfahrt zum Bavella-Paß


Ziel erreicht

Kurz darauf haben wir den Col de Bavella erreicht. Fotofans finden viele Motive unter den bizarr verformten Laricio-Kiefern und den Felsnadeln im Hintergrund. Der Blick reicht weit bis zur 15 Kilometer entfernten Ostküste. Die Hochwiesen bieten zahllose Abliegeflächen. Die auffällige Statue der „Notre Dame des Neiges“ gefällt mir schon besser als die furchtbare Plastik auf dem Col de Vergio (Tour 11).

Wir machen uns auf den Weg ins Tal. Die Straße nimmt autobahnähnliche Züge an. Was vor wenigen Jahren noch der Horrortrip für alle Wohnwagenfahrer war, ist heute ein Zubringer für fette Ausflugsbusse. Die Idylle vergangener Tage ist hinüber, aber der landschaftliche Reiz macht doch vieles wieder wett. Die Vegetation geht allmählich über in Mischwald. Ein letztes Mal überfahren wir einen Paß, bevor es nur noch bergab geht, an der Solenzara entlang. Hinter der mächtigen Steinbrücke gibt es ein paar schöne Badestellen im Fluß. Leider haben das auch viele andere Touristen bereits festgestellt.

Beim gleichnamigen Ort Solenzara hat uns die Ostküste wieder. Wir biegen rechts ab auf die N 198 und sehen zu, daß wir das wenig reizvolle Nest schnell hinter uns lassen. Uns erwartet der schönste Streckenabschnitt an der Ostküste, der auch Côte des Nacres genannt wird, wegen den hier häufig vorkommenden Steckmuscheln. Die Straße führt oft nur wenige Meter am felsigen Küstensaum entlang.


Fautea-Strand mit Wachturm

Wir kommen an einigen schönen Strandabschnitten vorbei, bevor die N 198 an der schönen Badebucht von Fautea ins Landesinnere abknickt. Auf dem „Ostküsten-Highway“ kommen wir zügig voran. Am Straßenrand erkennen wir die frisch geschälten Korkeichen an der knallroten Farbe des Stammes.

Kurz vor La Trinité zweigt ein kleines Sträßchen links ab nach Torre. Hier fand man Ruinen eines bis dato unbekannten Volkes, das seitdem Torreaner genannt wird, benannt nach dem Fundort. Von den Ruinen sind heute noch Mauern und Gänge zu sehen.

Von La Trinité sind es nur noch wenige Minuten bis zu unserem Ausgangspunkt Porto-Vecchio.

 

Tipp 1!  Wanderung zum Wasserfall Piscia di Gallo“:

1000 Meter hinter der Staumauer geht es vom Waldparklatz in zwei Stunden hin und zurück zum 50 m hohen Wasserfall, der aus einer senkrechten Felswand herausschießt.


Der "Hahnenpiss"

 

Tipp 2! Die Plage de Palombaggia:

Einer der schönsten Sandstrände Korsikas. Südlich von Porto-Vecchio über Bocca dell’Oro zur Küste.


Der Traumstrand von Palombaggia

 

Tipp 3! Porto-Vecchio:

Nach Bastia und Ajaccio ist Porto-Vecchio wirtschaftlich gesehen die wichtigste Stadt Korsikas und mit 8000 Einwohnern der zentrale Ort im Süden der Insel. Durch seine Lage am gleichnamigen Golf, der eher einem Binnensee gleicht, kommt der Schiffahrt eine große Bedeutung zu.

Auch hier gibt es eine Ober- und Unterstadt. Die Altstadt, auf einem 70 m hohen Felsen über dem Hafen gelegen, wird vor allem im Sommer von den Touris stark frequentiert. Rummel-Zentrum ist dabei die schön angelegte Place de la République mit ihren zahlreichen Cafés innerhalb der Stadtmauer. In den engen Gassen reihen sich Lokale und Boutiquen aneinander.