Tour 19: Die SÜDWESTKÜSTE

Ausgangsort
Propriano

Endpunkt
Bonifacio

Charakter
Die sehr gut ausgebaute Straße führt über die „korsischste Stadt Korsikas“, entlang der wildromantischen Küste zur eindrucksvollsten Stadt auf der Insel.

Strecke
Propriano - Sartène - Orasi - Pianottoli - Bonifacio

Zeit
1 Stunde für 67 km


Verirren werden wir uns nicht auf dieser Tour, denn die N 196 führt uns von Propriano direkt nach Bonifacio, unserem Zielort. Wir starten in Propriano und kommen auf der breit und gut ausgebauten Straße zügig voran. Vor uns liegt eines der besten Weinanbaugebiete der Insel. Insbesondere der rote „Santa Barba“ erfreut sich großer Beliebtheit.

Wir fahren hinauf nach Sartène und parken direkt im Zentrum an der Place de la Libération. Sartène genießt den Ruf, die „korsischste Stadt Korsikas“ zu sein. In der Tat hat das alte Viertel, das hinter der Kirche Sainte Marie beginnt, viele fotogene Winkel.


Der Kaffee ist fertig


Sartenes Altstadt

Andererseits wird diese Etikette aber touristisch nach allen Regeln der Kunst ausgeschlachtet, so daß jedes einsame Bergdorf mehr Originalität ausstrahlt, zumal in der Altstadt fast nur noch Einwanderer wohnen.

Hinter Sartène geht die Fahrt in vielen Windungen bergab bis zur Brücke über den Ortolo. Das Gebiet wird landwirtschaftlich genutzt, und die Straße ist gesäumt von Weinbergen. Kurz hinter der Bocca di Curali (107 m) lohnt sich ein Stop an einem großen Busparkplatz am Straßenrand. Von hier hat man den besten Blick auf den „Löwen von Roccapina“, der als markanter Felsklotz über dem darunter liegenden Sandstrand liegt.


Blick zurück auf Sartene


Endlich mal laufen lassen

Dahinter beginnt der interessanteste Küstenabschnitt im Süden. Charakteristisch ist die stark ausgefranste und flach ins Meer abfallende Felsküste. In schnellen Kurven geht die Fahrt bergab, bevor die Straße wieder ins Landesinnere schwenkt. Auf ungewohnt geraden Abschnitten fahren wir zügig durch die leicht hügelige und baumlose Landschaft. Hinter der Bocca d’Arbia (127 m) ist bereits die Oberstadt von Bonifacio erkennbar. Dahinter sehen wir die Küstenlinie von Sardinien. Es folgt ein letzter kerzengerader Straßenabschnitt, bevor wir auf die N 198 treffen.

Rechts ab ist es nur noch ein kurzes Stück bis nach Bonifacio. Wir parken gleich am Hafen und starten unsere Erkundungstour zu Fuß, zunächst an der Flaniermeile entlang und dann hoch in die eindrucksvolle Altstadt, die auf einer langgestreckten Felsnadel liegt.


Blick von der Altstadt auf den Hafen

 

Tipp 1!  Der Catenacciu von Sartène:

Beim größten Karfreitagsspektakel der Insel schleppt sich ein in ein rotes Gewand gehüllter Büßer mit Ketten an den Füßen und einem schweren Kreuz auf dem Rücken durch die Straßen Sartènes.

 

Tipp 2!  Die Plage de Tonnara:

Über die D 358 gelangt man zum schönsten Sandstrand im Südwesten.

 

Tipp 3!  Wanderung zum L’Omo di Cagna:

Über Monacia erreicht man Gianuccio, den Ausgangspunkt zu einer fünfstündigen Wanderung zum berühmten Wackelfelsen und wieder zurück.

 

Tipp 4! Abstecher zum Phare du Pertusato:  

Eine schmale Straße führt zum südlichsten Punkt Frankreichs, der von einem begehbaren Leuchtturm markiert wird. Am Fuß ist ein empfehlenswerter Sandstrand.


Der südlichste Punkt Frankreich

 

Tipp 5! Bonifacio

Der 3000-Seelen-Ort ist die südlichste Stadt Frankreichs und gilt gleichzeitig als eine der Schönsten des Landes. Das hat ihr auch den Titel eines „nationalen Denkmals“ eingebracht.

Bonifacio besteht aus zwei Stadtteilen: Die Unterstadt um den Jachthafen herum bietet eine ganze Reihe kleiner Boutiquen und Cafés, in denen es sich sehr gemütlich auf Korbstühlen unter schattenspendenden Markisen absitzen läßt. Ziemlich am Ende des Quai Jérôme Comparetti, kurz vor der langen Rastello-Treppe zur Oberstadt, lohnt sich ein Besuch des Aquariums, das in einer urigen Grotte untergebracht ist.

Über die Treppe gelangt man zur Oberstadt, der im 8. Jahrhundert gegründeten Altstadt. Vom oberen Ende aus bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf den Hafen und auf die überhängenden Felsen mit den bis zum Klippenrand gebauten Häuser. Über die Porte des Gênes betreten wir die Altstadt, früher der einzige Zugang zur Oberstadt. Gleich rechts ist das Museum Bastion de l'etendaral, in dem man über drei Stockwerke innerhalb der Stadtmauer nach unten steigt. Unbedingt ankucken.

Auf der 1500 m langen und im Schnitt 200 m breiten Felsklippe reihen sich schmale, hohe Häuser mit steilen Treppenaufgängen und winzigen Gassen aneinander. Einen knackigen Eindruck von der Südküste erhält man von der Place du Marché, links vom Eingang über die Rue du Portone. Der Blick reicht bis zur 12 km entfernten Insel Sardinien, die vor Jahrmillionen vermutlich durch eine schmale Landzunge mit Korsika verbunden war und vom Meer inzwischen abgetragen wurde. Über eine schmale Treppe hat man vom Aussichtspunkt „Manichella“ einen Super-Blick zum „Sandkorn“, einem riesigen, abgebrochenen Felsbrocken. Dahinter zieht sich die steil abfallende, stark zerklüftete Felsküste bis zum Leuchtturm „Phare du Pertusato“.

Weitere Highlights sind die „Aragon-Treppe“, die in 187 Stufen zum Meer runterführt und angeblich in einer Nacht in den Fels geschlagen wurde. An der Spitze der Felsklippe, hinter der Kaserne, wo bis 1983 die Fremdenlegion hauste, ist der Friedhof der Stadt. Beim Besuch kommt man sich vor wie in einer kleinen Stadt: In lauter kleinen, weißen Häuschen sind die Gräber einer Sippe untergebracht. Durch kleine Gäßchen, die von zentralen Plätzen ausgehen, kann man hindurchgehen.

Hinter dem Friedhof haben die Deutschen im zweiten Weltkrieg einen Tunnel gegraben, um auf halber Felshöhe eine Kanone zu postieren. Wie von einer Balkonterasse aus schweift der Blick über die Meerenge nach Sardinien. Die Caverne du Gouvernail kann gegen eine geringe Gebühr besichtigt werden.


Zimmer mit Aussicht

 

Am Fuß der Klippe, am Eingang in den Jachthafen, befindet sich der Fährhafen, von dem aus mehrere Male am Tag Fähren nach Sardinien übersetzen.