Tour 06: Balagne dÉsert

Ausgangsort und Endpunkt
Calvi

Charakter
Nur wenige Orte säumen den Weg, der einen der einsamsten Regionen im Norden durchstreift. Besonders eindrucksvoll ist die schroffe und abweisende Westküste.

Strecke
Calvi - Calenzana - Moncale - Olmo - Calvi

Zeit
3 Stunden für 128 km


Auf der vielbefahrenen N 197 reihen wir uns ein in den dichten Verkehr von Calvi nach L’Ile Rousse. Doch bereits nach fünf Kilometern zweigt die D 151 ab in Richtung Calenzana. An einer Eukalyptus-Allee entlang steuern wir direkt auf das mächtig vor uns aufragende Monte Grosso-Massiv zu. Bald ist Calenzana erreicht.

Bevor wir jedoch in den Ort hineinfahren, zweigen wir rechts ab auf ein schmales, aber gut befahrbares Sträßchen, das uns nach Moncale bringt. Dahinter wird es einsam. In weitgeschwungenen Kurven zieht sich die D 51 am Berghang entlang. Hinter dem üppig Schmelzwasser führenden Figarella-Fluß lockt eine gemütliche Picknickbank direkt am Ufer.


Päuschen an der Figarella

Unsere Straße mündet in die D 251, wo wir rechts abbiegen und danach gleich wieder links auf die D 81 in Richtung Galeria. Auf der rechten Seite reicht der Blick bis zur Küste. Ansonsten gibt es nur Macchia und Ginsterbüsche zu sehen.

Die Landschaft ändert sich schlagartig mit der Überquerung der Bocca di Marsolino (443 m). Wir betreten das Marsolino-Tal, das landwirtschaftlich stark genutzt wird. Vorbei an Erdbeerbäumen und allerlei Buschwerk schlängelt sich die Straße am Fluß entlang, bis der Marsolino in den Fango mündet. Neben dem breit ausgewaschenen Flußbett fahren wir vor bis zu einer großen, mehrbogigen Steinbrücke. Die Küstenstraße ist erreicht.

Wir lassen die Brücke links liegen und fahren weiter auf der D 81B in Richtung Calvi. Uns erwartet der spektakulärste Teil der Tour. Fast immer an der stark zerklüfteten, steil ins Meer abfallenden Felsküste durchstreifen wir fast menschenleeres Gebiet und genießen die Tiefblicke aus bis zu 200 m Höhe.

Kurz vor Calvi zweigt eine Schotterpiste links ab zum Leuchtturm „La Revellato“. Sie ist steil und windungsreich, aber die Fahrt lohnt sich. Der Blick nach rechts schweift übers Meer bis nach Calvi mit dem steil aufragenden Monte Grosso-Massiv dahinter. Links bietet die Steilküste auch kleine Strandabschnitte.


Die Halbinsel La Revellato


La Revellato-Blick auf die Bucht von Calvi


Das Eis des Kolumbus

Zurück auf der Hauptstraße steuern wir geradewegs auf den Hafen von Calvi zu, wo wir uns in einer gemütlichen Bar erstmal ein großes Eis gönnen.

 

Tipp 1!  Calenzana:

Der Ort ist ein Begriff für alle Bergwanderfans, denn hier ist der Startpunkt für die große, 13-tägige Wanderung auf dem „GR 20“ quer durch die ganze Insel.

 

Tipp 2! Abstecher in den Cirque de Bonifato:

Nach der Figarella-Brücke auf der D 251 10 Kilometer am Fluß entlang bis zum Ende. Von dort tolle Wanderung zur Carozzu-Hütte mit spektakulärer Bergkulisse und Hängebrücke (siehe Wanderungen).


Einsam: Figarella-Tal

Tipp 3! Die Brücke über den Fango:

Die Brücke wurde vom berühmten Gustave Eiffel gebaut (der mit dem Eiffelturm).

 

Tipp 4! Abstecher zur Notre Dame de la Serra:

Kurz vor Calvi führt eine kleine Stichstraße zum schönsten Aussichtspunkt auf Calvi.


Calvi von seiner schönsten Seite

Tipp 5! Calvi:

Der Hauptort der Balagne ist der wichtigste und nächstgelegene Hafen zum französischen Festland im Nordwesten Korsikas. Mit seinen knapp 4000 Einwohnern behält der Besucher jedoch nur in der Vor- und Nebensaison einen gewissen Überblick, denn im Sommer platzt der Ort aus allen Nähten. Annähernd 90 % der Einwohner Calvis leben vom Tourismus. Allen, denen Nightlife im Urlaub wichtig ist, kann Calvi nur empfohlen werden.

Der Ort gliedert sich in eine Oberstadt innerhalb der alles dominierenden, mächtigen Zitadelle und eine Unterstadt, auch „Marina“ genannt, wo nachmittags und abends „die Kuh fliegt“.

Die Zitadelle beherbergt unter anderem die letzten Fremdenlegionäre auf der Insel. In der Rue Colombo soll angeblich der Amerika-Entdecker Christoph Kolumbus geboren worden sein. Er war bekanntlich Genuese, und im Jahre 1441, seinem Geburtsjahr, gehörte Korsika zu Genua. Von der Südmauer hat man einen Sahne-Blick auf den Jachthafen mit der Uferpromenade und dem mächtigen Monte Grosso-Massiv im Hintergrund.

Vor der Zitadelle verbindet die zentrale Place Christophe Colomb Ober- und Unterstadt. Von hier aus führt die Hauptgeschäftsstraße Boulevard Wilson parallel zur Uferpromenade Quai Landry. Dazwischen gibt es allerlei Souvenirshops, Hotels, Bars, Restaurants, kurzum alles, was eine Touristenmetropole ausmacht. Am gemütlichsten ist es aber immer noch direkt am Quai, wo man in bequemen Korbsesseln seinen Café au lait schlürfen und dabei die flanierenden Touris und ankommenden Jachten beobachten kann.


Blick von der mächtigen Zitadelle auf die Quai Landry

Die Zitadelle vom Hafen aus