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Die Schönste: "Route Napoleon"
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Strecke: Stuttgart - Geisingen - Kirchen - Riedöschingen - Kommingen - Schaffhausen - Zürich - Bern - Lausanne - Genf - Annecy - Chambéry - Grenoble - Gap - Digne - Grasse - Nizza 950 km Zeit: 12 Stunden Fährhäfen: Marseille, Toulon, Nizza Gebühren: ca. 25 Euro (Schweizer Autobahn-Vignette) |
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Um
sich später mehr Zeit in den französischen Seealpen nehmen zu können, ist es
sinnvoll, die ersten 500 Kilometer auf der Autobahn zurückzulegen.
Deshalb
fährt man von Stuttgart aus zunächst
auf der A 81
in
Richtung Singen. Sie gehört mit zu
den langweiligsten Autobahnabschnitten, die ich kenne. Dafür ist jedoch fast
nichts los, sodaß man es richtig gut laufen lassen kann.
Die
klassische Variante nach Zürich geht
über Donaueschingen. Es gibt jedoch
einen echten Geheimtip von einem Einheimischen, der um einiges schneller ist.
Dazu fährt man in Geisingen von der
Autobahn ab und weiter in Richtung Blumberg.
Es geht zügig durch das menschenleere Aitrach-Tal
bis zu einem Gasthof direkt an der rechten Straßenseite. Dort biegt man links
ab nach Riedöschingen. Das Nest wird
durchfahren bis zur Einmündung in die B
314. Jetzt wieder rechts ab, durch Kommingen
hindurch und am Ende der Straße wieder links. Bis zur Schweizer Grenze ist es
nun nicht mehr weit. Über Bargen
kommt man nach Schaffhausen,
eigentlich ein ganz schöner Ort, wenn diese fürchterliche Dauerbaustelle nicht
wäre.
In
Schaffhausen gibt es zwei Möglichkeiten,
nach Zürich zu gelangen. Die meisten
fahren am Rheinufer links und dann über den Fluß bis nach Winterthur und weiter auf der Autobahn nach Zürich. Aus zweierlei Gründen bevorzuge ich die Variante am
rechten Rheinufer entlang. Sie führt über Eglisau
und nochmal durch deutsches Gebiet. Das heißt, daß noch zweimal die Grenze
passiert werden muß. Das scheuen jedoch die ganzen Truck-Fahrer, die deshalb
lieber über Winterthur fahren. Außerdem
vermeidet man die Durchfahrt durch Zürich,
was zu Stoßzeiten den Zeitplan gewaltig durcheinanderwirbeln kann. Und ein
Besuch des Rheinfalls liegt ebenfalls
noch auf der Strecke.
Bei
Bülach geht die Straße in eine
Schnellstraße über. Über den Nordring, am Flughafen vorbei, läßt man Zürich
links liegen und kommt auf die N 1 in
Richtung Bern. Bis dorthin ist Vorsicht geboten! „Motorradfahrer mit
Blitzgeräten erschrecken“ gehört zu den scheinbar beliebtesten Aktivitäten
der Polizei in diesem Abschnitt. Vor einer Tunneleinfahrt kurz hinter Zürich
steht sogar eine stationäre Anlage. Ansonsten plätschert die Strecke so dahin
bis kurz vor Lausanne.
Der
sichelförmige Genfer See kommt ins
Bild und die Autobahn stürzt in die Tiefe. Die nächsten 80 Kilometer führen
am rechten Seeufer entlang mit schönen Aussichten auf den See, der von der Rhone
gespeist wird, und auf das Mont Blanc-Massiv
auf der gegenüberliegenden Seeseite.
Kurz
vor Genf zweigt die Autobahn rechts ab
am Flughafen und am Palexpo
(Messehalle) vorbei.
Abstecher
nach Genf:
Geradeaus
bietet sich ein Abstecher in das mondäne Genf an. Genf ist die Stadt der Banken
und vor allem Sitz der UN. Das macht die Stadt zu einer Metropole im Zentrum
Europas, was sich auch in den vielen Nationalitäten ihrer Bewohner zeigt.
Vorbei an der berühmten, 140 Meter hohen Wasserfontäne gelangt man über die
Mont Blanc-Brücke geradewegs in die Altstadt mit schönen Cafés und Geschäften.
Ein Spaziergang am Quai entlang ist ebenfalls sehr reizvoll. Wer länger bleiben
möchte, findet auf dem Campingplatz direkt am See in Richtung Thonon ein schönes
Plätzchen.
Kurz
hinter Genf kommt die französische
Grenze. Wer Autobahngebühren (Péage)
sparen will, fährt auf den Routes
National (RN) über Annecy und Chambéry
bis nach Grenoble. Kurz vor Annecy
kommt man an einem optischen Highlight vorbei. Direkt neben der neuen Autobrücke
über die Usses überspannt die 100
Jahre alte Pont de la Caille in 147
Metern Höhe das tief eingeschnittene Tal. Von dieser Brücke stürzten sich die
ersten Bungee-Springer Europas vor einigen Jahren in die Tiefe.
Die
Fahrt geht mitten durch Grenoble, und
bei Pont-de-Claix beginnt der schönste
Teil der Anreise, denn hier beginnt die Route
Napoleon und führt zentral durch die französischen Seealpen. Auf der N
85 gelangt man über den Col Bayard (1246
m) auf aussichtsreicher Strecke bis nach Gap.
Kurz hinter Sisteron muß man sich
entscheiden, ob man nach Marseille
oder Toulon rechts abbiegt oder über
das mittelalterliche Digne weiter auf
der Route Napoleon nach Nizza
fährt.
Hinter
Digne wird die Strecke noch einsamer
und noch uriger. Die Strecke läßt sich zügig befahren und bei Castellane bietet sich ein weiterer Abstecher
zum Grand Canyon du Verdon an.
Hier hat sich der Verdon ein bis zu
700 Meter tiefes Bett in die Kalkfelsen gegraben. Die Rundfahrt ist 90 Kilometer
lang. Schließlich gelangt man über die Parfum-Stadt Grasse
an die Côte d’Azur und weiter nach Nizza.
Die Spektakulärste: "Route des
Grandes Alpes"
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Länge: |
Am "Col du Galibier" (2.645 m) |
Der
Routenverlauf bis Annecy ist im ersten
Anreisevorschlag bereits beschrieben.
In
Annecy folgt man den Hinweisen nach Ugine
und Albertville. Die Fahrt geht am rechten Ufer des wunderschön
gelegenen Lac d’Annecy vorbei mit
einer Super-Aussicht über den See. In der ehemaligen Olympia-Stadt Albertville
zweigt die N 90 links ab in das Tal
der Isère. Über Moûtiers und Seez folgt
man dem Fluß fast 100 Kilometer lang ständig auf der linken Seite bis nach Val
d’Isère, dem berühmten Wintersportort. Dahinter geht die Fahrt steil und
windungsreich mit vielen Talblicken hinauf zum höchsten Paß der Strecke, den Col d’Iseran (2770 m). Der Paß ist oft noch weit bis in den Juni
hinein gesperrt und bietet einen fantastischen Panorama-Blick über die weiten
Gipfel der Haute-Savoyen. Fast ebenso
steil geht die Fahrt wieder bergab zum nächsten 2000er.
In
Lansle-Bourg trifft man auf die N
6 und folgt ihr über Modane bis
nach St. Michel. Von dort zweigt ein kleines Sträßchen links ab zum Col
du Galibier (2645 m). Das Berg-Panorama direkt hinter dem Paß wirkt noch
imposanter als das des Col d’Iseran.
Gleich
nach der Abzweigung links ab auf die N 91
folgt schon der Col de Lautaret (2058
m), der jedoch mit den anderen beiden Pässen nicht mithalten kann. Der nächstgrößere
Ort ist Briançon, die höchstgelegene
Stadt Europas (1321 m), mit einer schönen, ummauerten Altstadt. Von hier kommt
man zum Col d’Izoard (2360 m). Vom
Paß bietet sich ebenfalls ein wunderschöner Rundumblick.
Über
Guillestre gelangt man zum Col
de Vars (2109 m). An der Abzweigung auf die Hauptstraße bieten sich 3 Paßvarianten
an. Bei Jausiers zweigt ein Sträßchen ab zum Col de la Bonette (2802 m). In Barcelonette
geht die Fahrt entweder über den Col d’
Allos (2250 m) oder den Col de la
Cayolle (2326 m). Der Cayolle-Paß
hat einiges zu bieten an aussichtsreichen Panoramen, deshalb ist er eine gute
Wahl. An der Var entlang mündet die
Straße schließlich in die N 202, die
schnurstracks direkt nach Nizza führt.
Die Schnellste: München - La
Spezia; Stuttgart - Genua
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Länge: - München - La Spezia: 670 km - Stuttgart - Genua: 650 km Zeit: 8 Stunden Fährhäfen: Genua, La Spezia - ca. 15 DM (Brenner-Autobahn) ca. 40 DM (Autobahn Italien) - ca. 10 Euro (Autobahn Italien) |
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München
- La Spezia:
Die
Anfahrt spielt sich fast ausschließlich auf der Autobahn ab. Von München
aus fährt man zunächst auf der A 8
in Richtung Salzburg. Am Inntal-Dreieck
bei Rosenheim zweigt die A
93 nach Innsbruck ab. Bei Kiefersfelden,
der Grenze zu Österreich nennt sich
die Autobahn dann A 12, die bei Innsbruck
in die A 13 mündet. Von hier sind es 30 Kilometer bis zum Brenner-Paß
(1375 m). Hinter der Grenze fährt man auf der A
22. Man bleibt immer auf dieser Autobahn, über Bozen
und am Garda-See vorbei bis hinter Verona.
Umweg
über den Garda-See:
Wer es nicht ganz so eilig hat, die Autobahn nicht mehr ertragen kann
und nicht gerade an Ostern, Pfingsten und im August unterwegs ist, für den
lohnt sich ein Abstecher über den Garda-See (30 Kilometer Umweg).
Bei Trento verlässt man die Autobahn und fährt auf der S 45 an der
Westküste entlang mit schönen Blicken über
den See. Bei Brescia stößt man wieder auf die Autobahn und fährt über
Cremona nach Parma.
Bei
Mantova-Nord geht es runter von der
Autobahn auf die S 10, und gleich
wieder weiter auf die S 420 bis Parma.
Man fährt ein kurzes Stück auf der A 1
in Richtung Mailand und zweigt dann ab
auf die A 15 nach La Spezia. Dieser letzte Abschnitt ist, abgesehen vom Garda-Abstecher,
der schönste Teil der ganzen Strecke. In engen Kehren und schönen Aussichten
über die Landschaft von Ligurien geht
die Fahrt steil bergab zum Meer.
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Stuttgart
- Genua:
Wer
über Stuttgart anreist, für den ist Genua
der Hafen mit der kürzesten Anfahrzeit. Die Anfahrt bis nach Zürich
ist bereits im ersten Anreisevorschlag beschrieben. Man umfährt Zürich
auf dem Nordring und überquert die N 1.
Die Autobahn endet nach kurzer Zeit und ein kurzes Stück Landstraße führt über
Affoltern nach Cham.
Zwischen dem Zuger und dem Vierwaldstädter
See schlängelt sich die A 4
hindurch und endet bei Brunnen. Am
Ufer des idyllischen Urner Sees
entlang mündet die Landstraße bei Altdorf
in die A 2. Ab hier kann man es wieder
richtig laufen lassen. Das Schlimmste steht einem jedoch noch bevor: Ich wünsche
jedem, daß er keinen italienischen Diesel-Truck im 16 Kilomter langen Gotthard-Tunnel
vor sich hat, denn seinen Abgasen entkommt man erst wieder am Ende des Tunnels
in allerdings teilnarkotisiertem Zustand.
Wer
es sich zeitlich erlauben kann, fährt bei Göschenen
ab und über den Gotthard-Paß (2108
m) drüber. Landschaftlich ist die Strecke traumhaft schön und absolut lohnend.
Bei
Airolo kommt man wieder ans Tageslicht
und nähert sich dem landschaftlich interessantesten Abschnitt. Bei Lugano
teilt die Autobahn den Luganer See und
wenig später öffnet sich der Blick auf den tief eingeschnittenen Comer
See aus großer Höhe.
Gleich
darauf folgt die italienische Grenze bei Chiasso
und danach wird es langweilig. Die brettebene Poebene ist nicht gerade ein Leckerbissen für Motorradfahrer. Über
den Südring, an Mailand vorbei,
gelangt man schließlich auf die A 7,
die nach Genua führt. Erst bei Tortona
wird’s wieder interessant, wenn die Straße in vielen engen Windungen zum Meer
runterführt.
Alternative
zum Gotthard-Tunnel:
Sowohl
zeitlich als auch von der Länge der Strecke her sind beide Varianten fast
gleich. Landschaftlich ist die San Bernardino-Tour abwechslungsreicher, weil die
Autobahn nicht durchgehend ist.
Die
Charmanteste: Toskana
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Länge: - München - La Spezia: 750 km - - München - Livorno: - La Spezia, Livorno, Piombino - ca. 18 Euro (Autobahn Italien) - ca. 10 Euro (Autobahn Italien) |
Die "Dell Diavolo-Brücke" kurz vor Pisa |
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München
- Livorno:
Bis
Verona entspricht die Strecke der
schnellsten Anreise.
Diesmal
jedoch fährt man auf der A 22 weiter
bis Modena. Von dort gelangt man auf
die S 12 und fährt in Richtung Maranello,
Abetone. Schon bald ist nur noch Landschaft um einen herum und in
vielen Kehren geht die Fahrt hoch bis auf 800 Meter. Dabei bieten sich viele
Aussichten über die weitläufigen, dicht bewaldeten Bergrücken und Schluchten.
Kurz vor Lucca spannt sich die Teufelsbrücke
„del Diavolo“ über den Lima, ein
beeindruckendes und vielbesuchtes Brückenmonument. Bei Lucca
ist die Küstenebene erreicht. An Baumalleen entlang kommt man direkt nach Pisa.
Einen Besuch des schiefen Turmes
sollte man sich nicht verkneifen, zumal er ja seit kurzem wieder bestiegen
werden kann. Von dort ist es nicht mehr weit bis nach Livorno.
- Stuttgart
- Livorno:
Bis
Mailand ist die Tour mit der
schnellsten Anreiseempfehlung identisch.
Hinter
Mailand ödet die Poebene vor sich hin, und es geht fast kerzengerade 160 Kilometer
auf der A 1 geradeaus bis Modena.
Von dort entspricht die Tour der Anreise von München
aus.